Aktuelles

2018 war ein spannendes Jahr. Ende Mai ging es dank Erasmus Plus zum zweiten Mal für 10 Schülerinnen und Schüler sowie 2 Lehrer Richtung Edinburgh.
An den ersten beiden Tagen standen ein Englischkurs und ein Hotelbesuch im Ibis auf dem Programm, so dass man langsam die Sprachbarrieren durchbrechen und anschließend gut vorbereitet zum ersten Arbeitstag im jeweiligen Praktikumsbetrieb erscheinen konnte. Paul und Alex landeten mitten im Geschehen – in der Hauptküche des 5-Sterne-Hotels Balmoral und bekamen sogar die Chance, im Michelin-Sterne-Restaurant des Hotels  „Number One“ drei Tage mitzuarbeiten. Für diese Erfahrung ließen sie sogar den Ausflug zur Whiskey Distillery ausfallen. Dafür durften sie viel „schnibbeln“, tournieren, kurzum richtig kräftig mit anpacken und den anderen zuarbeiten, wie es sich in der Küchenhierarchie gehört. Offenbar so erfolgreich, dass Frau Schlotmann-Ebert nebst Schülerin vom Küchenchef zum High-Tea eingeladen wurde.
Auch die Konditoren, Hotelfachleute und Systemgastronomen zogen nach teilweise kleinen Anlaufschwierigkeiten ein insgesamt positives Resumee, so Alex. „Ein gelungener Trip den man nur weiter empfehlen kann, auch wenn die College Unterkunft kein Luxushotel ist – die Erfahrung eines Auslandspraktikums und der verbesserten Englischkenntnisse nimmt einem so schnell niemand mehr! Tatsächlich sind die Schotten sogar noch netter als angekündigt,“ meint er.

Doch nicht nur die Schülerinnen und Schüler sowie die beteiligten Lehrkräfte aus Deutschland waren vom Austausch begeistert, sondern auch die schottischen Lehrerinnen und Lehrer am Edinburgh College. So folgten sie der Einladung von unserem Schulleiter Herrn Kohtz-Cavlak, unser ASBK in Bochum kennenzulernen. Kurz vor den Herbstferien durften wir zwei Damen des „Managing Boards“ bei uns begrüßen, die nicht nur spontan beim „Genießermarkt“ die Rolle der Gäste beim Check-in an der Hotelrezeption übernahmen, sondern auch sonst restlos von unserem ASBK und Bochum begeistert waren. Ihr volles Programm umfasste nicht nur den Besuch unseres Berufskollegs sowie Einblicke in Unterricht und Prüfungen, sondern auch den Besuch unseres Kooperationspartners DRK und des Bergbaumuseums mit einer Führung unter Tage. Das Resultat: ein Kooperationsvertrag mit dem Edinburgh College zum Austausch von Schülern und Lehrern. Congratulations – we’ve made it.

 

„Wir unterstützen AIDS-Waisen in Afrika!“ Bei leiser Musik und in ruhiger Atmosphäre werkeln, basteln und nähen Schüler/innen des ASBK in Kleingruppen für den diesjährigen interkulturellen Adventsmarkt. Der Erlös ist für die Aktion Canchanabury bestimmt, die in verschiedenen Projekten AIDS-Waisen in Afrika unterstützt, z.B. wird im Sudan, dem Land mit der höchsten HIV-Infektionsrate im östlichen und nördlichen Afrika, die Betreuung und der Schulbesuch von Kindern und Jugendlichen, deren Eltern an AIDS gestorben sind, ermöglicht. So stellen unsere Schüler/innen durch ihre kreativen Fähigkeiten nicht nur schöne weihnachtliche Geschenke her, sondern engagieren sich sozial, damit junge Menschen sagen können: „Ich kann wieder lachen!“

 
Schüler/innen präsentieren ihre selbstgefertigten Produkte   Foto: DRVG

Seit über 30 Jahren führt das Bochumer Alice-Salomon-Berufskolleg jedes Jahr die Bezirksmeisterschaft der Köche, Restaurant-, Hotelfachleute und der Systemgastronomen durch. In der Vergangenheit hieß das für die geladenen Gäste: gedeckte Tische,
3-Gänge-Menü, Tellerservice … In diesem Jahr jedoch sollte alles anders werden.

Schulleiter Johannes Kohtz-Cavlak, die Lehrer und Auszubildenden hatten sich daher frühzeitig auf den Weg gemacht, gemeinsam ein ganz neues Konzept zu entwickeln – anders, größer, bunter und entspannter sollte es werden.

Und das ist ohne Zweifel gelungen. Der „Genießermarkt am Alice“ startete am 9. Oktober im Foyer des Berufskollegs, das an diesem Abend wie verwandelt wirkte: Wunderbar herbstlich dekorierte Marktstände (die die Unterstützung des „Marktexperten“ Herwig Niggemann, Niggemann Food Frischemarkt, erahnen ließen), gedimmtes Licht, eine Cocktailbar, Live-Musik, Kabarett-Einlagen von Waltraud Ehlert und vieles mehr empfingen die rund 100 Gäste.
Auffallend die Freude, die die jungen, hochmotivierten, angehenden Fachkräfte versprühten. Es schien, als ob dieses weniger steife, aufgelockerte Konzept der Bezirksmeisterschaft auf sie „übergeschwappt“ wäre: Köche und Systemgastronomen, Restaurant- und Hotelfachleute und in diesem Jahr erstmalig auch Bäcker und Konditoren stellten mit Feuereifer ihre Talente unter Beweis.

Nachdem Kohtz-Cavlak den „Startschuss“ gegeben hatte, flanierten die Gäste an den Ständen vorbei. Vorspeise, Hauptspeise, Dessert – alles wie gehabt, aber:
In diesem Jahr gab es kleine Portionen, man konnte sich also „durchschnabulieren“, vergleichen und im Anschluss eine ausgewogene Bewertung vergeben. Der Warenkorb, den die Köche verarbeiten mussten, war für alle gleich, die Kreationen aber, die sie daraus ableiteten, ganz unterschiedlich: Bei dem einen wurde der Lachs zu einer wunderbaren Crème verarbeitet, die mit etwas Wasabi in einem kleinen Briochebrötchen landete. Bei dem anderen Koch wurde das Ganze zu einer Art Sashimi. Strenge, aber wohlwollende Prüfer bewerteten die Leistungen der Auszubildenden. Ergänzt wurde das Ganze durch das Votum der Gäste, die das Ganze mit Punkten bewerten konnten.

Alle Teilnehmer durften sich an diesem Abend wie Gewinner fühlen – aber eine Siegerehrung gab es dennoch. Schließlich ging es ja um die Bezirksmeisterschaft. Bei den Köchen gewann Paul F. Morales Rios, Jungkoch aus dem Ratskeller in Witten; bei den Hotelfachleuten Delia Peper vom Mercure Bochum; bei den Restaurantfachleuten Carolin Hense vom Maritim-Hotel Gelsenkirchen. Den „Publikumspreis“ bei den Köchen gewann Alexander Ibeling von Schreiner´s Essen + Trinken in Bochum. Belohnt wurde die tolle Leistung zusätzlich durch attraktive Preise, die von der Privatbrauerei Moritz Fiege und Niggemann Food Frischemarkt gesponsert wurden.

Dass es dem Gastgewerbe insgesamt an Nachwuchs mangelt, merkte man an diesem Abend nicht – aber eines ist Fakt: Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz in fast allen Berufen der Gastronomie sind hervorragend – weil es zu wenige Bewerber gibt. Deutlich wird dies am Alice-Salomon-Berufskolleg beispielsweise bei den Köchen: Wo es früher drei Klassen gab, ist es jetzt nur noch eine.

Was auf jeden Fall bleibt: Der erste „Genießermarkt am Alice“ war ein tolles „Update“ der Bezirksmeisterschaften.

 

 Quelle: IHK Wirtschaft im Revier - Nachrichten der Industrie- und Handelskammer Mittleres Ruhrgebiet, 74. Jahrgang 11.2018